Deutsch - Akkusativ
Wenn du alles über den Akkusativ lernen möchtest, bist du hier genau richtig! Starte hier direkt ins Thema.
Akkusativ leicht erklärt
„Michael die Blume geben seiner Freundin“ – dieser Satz macht keinen Sinn und klingt etwas unvollständig, oder? Für die richtige Struktur sorgen die vier Fälle in der deutschen Grammatik. Die Fälle nehmen eine wesentliche Rolle in unserer Sprache ein.
In dieser Lerneinheit widmen wir uns dem Akkusativ. Was ist ein Akkusativobjekt und wie kann dieses identifiziert werden? Welche Wortgruppen müssen im Akkusativ dekliniert werden, um eine „Beziehung“ zwischen den einzelnen Satzbausteinen wie Subjekt, Artikel, Adjektiv und Verb herzustellen?
Neben der Beantwortung dieser Fragen gehen wir ebenfalls auf die wichtigsten 6 Funktionen des Akkusativs ein und geben dir abschließend hilfreiche Tipps.
Was ist der Akkusativ?
Der Akkusativ ist in der deutschen Grammatik der vierte Fall. Er gehört zu den insgesamt vier Fällen, die auch als Kasus bezeichnet werden. Die wichtigste Funktion des Akkusativs ist die Markierung des direkten Objekts in einem Satz. Bei direkten Objekten handelt es sich meistens um eine Person, eine Sache oder ein Objekt mit der/dem etwas gemacht wird oder das/die für eine bestimmte Handlung genutzt wird.
Testen Sie den Testsieger*
- Flexibler Einsatz der 10 gratis Nachhilfestunden, z. B. vor Klassenarbeiten
- Individuelle Profi-Nachhilfe vor Ort oder online
- Für alle Klassenstufen und Schulformen
- 94 % Kundenzufriedenheit*
Den Akkusativ erkennen
Den Akkusativ kannst du anhand von drei Methoden erkennen:
1. Akkusativ-Frage „Wen oder was?“
Jeder der vier Fälle erfüllt eine spezielle Funktion und kann durch ein bestimmtes Fragewort ermittelt werden. Der Akkusativ kann durch die Frage „Wen oder was?“ ermittelt werden. Hierbei handelt es sich um die geläufigste Methode zur Erkennung des Akkusativs. Daher wird der Fall auch als „Wen-Fall“ bezeichnet.
Beispiel für eine Akkusativ-Frage
- Tina sammelt gerne Briefmarken. → Wen oder was sammelt Tina gerne? → Briefmarken.
2. Direkte Auswirkung der Handlung
Indem bestimmt wird, worauf sich die Handlung eines Satzes direkt auswirkt, kannst du das Akkusativobjekt ebenfalls ermitteln. Im Wesentlichen geht es darum, dass du herausfindest, welches Satzglied direkt von der „Aktion“ eines Verbes betroffen ist.
Beispiel
Das Mädchen wirft den Ball. → Frage: Worauf wirkt sich die Handlung des Werfens direkt aus? → auf den Ball, der das Objekt ist, während „das Mädchen“ die Handlung ausführt.
Mit „Wen oder was?“ findest du den Akkusativ heraus und kannst gleichzeitig bestimmen, worauf sich die Handlung des Satzes direkt auswirkt. Die Briefmarken stellen das direkte Objekt im Akkusativ dar, auf das die Handlung des Verbs „sammeln“ einwirkt.
3. Artikel und Pronomen
Der Akkusativ kann auch mithilfe von Artikeln und Pronomen erkannt werden. Wenn ein Satz im Akkusativ steht, verändern sich bei der Deklination auch Artikel und Pronomen.
Der Hund (Nominativ) → den Hund (Akkusativ)
Die Katze (Nominativ) → die Katze (Akkusativ)
Das Haus (Nominativ) → das Haus (Akkusativ)
Beispiel
Hast du den Regenschirm gesehen? → Hier handelt es sich um ein maskulines Nomen (Singular). „Den Regenschirm“ kann am Artikel „den“ erkannt werden.
Deklination des Akkusativs
Um den Akkusativ korrekt anzuwenden, müssen das jeweilige Nomen oder der begleitende Artikel, seine Pronomen und gegebenenfalls Adjektive an den Kasus angepasst werden. Dieser Vorgang wird auch als Deklination bezeichnet.
Die Deklination des vierten Falls unterscheidet sich je nach Genus (Geschlecht), Numerus (Anzahl des Nomens) sowie bestimmten und unbestimmten Artikel des Nomens.
Nomen und Artikel im Akkusativ
Mit bestimmtem Artikel
| Nominativ | Singular | Plural | |
| Maskulin | Der Mann | Den Mann | Die Männer |
| Feminin | Die Frau | Die Frau | Die Frauen |
| Neutrum | Das Kind | Das Kind | Die Kinder |
Mit unbestimmtem Artikel
| Singular | Plural | |
| Maskulin | Einen Mann | - |
| Feminin | Eine Frau | - |
| Neutrum | Ein Kind | - |
Substantive ändern im Akkusativ ihre Form nicht. Hingegen ist eine klare Unterscheidung von Artikeln oft nicht möglich, da sich diese nur teilweise von den Formen im Nominativ unterscheiden. Wie du im obigen Beispiel gesehen hast, ist dies bei Artikeln meist nur bei maskulinen Begriffen (Singular) möglich.
Pronomen im Akkusativ
| Personalpronomen (Nominativ) | Personalpronomen Akkusativ |
| ich | mich |
| du | dich |
| er | ihn |
| sie | sie |
| es | es |
| wir | uns |
| ihr | euch |
| sie | sie |
Auch Pronomen werden entsprechend im vierten Fall dekliniert. Die Formen unterscheiden sich teilweise vom Nominativ (ich → mich). Die Personalpronomen im Akkusativ ersetzen das direkte Objekt im Satz.
Beispiel
Sie liebt ihn. → „Ihn“ ist das direkte Objekt, das von der Handlung „Lieben“ betroffen ist.
Adjektive im Akkusativ
Mit bestimmtem Artikel
| Nominativ | Singular | Plural | |
| Maskulin | Der große Mann | Den großen Mann | Die großen Männer |
| Feminin | Die große Frau | Die große Frau | Die großen Frauen |
| Neutrum | Das große Kind | Das große Kind | Die großen Kinder |
Mit unbestimmtem Artikel
| Singular | Plural | |
| Maskulin | Einen großen Mann | - |
| Feminin | Eine große Frau | - |
| Neutrum | Ein großes Kind | - |
Adjektive, die vor einem Nomen stehen, werden ebenfalls im Akkusativ dekliniert. Die Deklination bestimmter Artikel im Akkusativ lautet: „den“, „die“ und „das“. Bei unbestimmten Artikeln: „einen“, „eine“ und „ein“.
Verben im Akkusativ
Verben im Akkusativ werden selbst nicht dekliniert. Wenn sie im Satz vorkommen, muss jedoch eine andere Wortgruppe im Satz im Akkusativ stehen. In der deutschen Sprache gibt es zahlreiche Verben, die ein Objekt im Akkusativ erfordern. Diese Verben werden auch als „transitive Verben“ bezeichnet.
Beispiel
Tobias hat für seine Mutter einen Brief angenommen → Das Verb „annehmen“ bedingt die Ergänzung im Akkusativ.
Beispiele für transitive Verben
- lesen
- sehen
- finden
- kaufen
- erhalten
- verfassen
Beispiele für Verben im Akkusativ
- Ich lese ein Buch.
- Er erhält eine Auszeichnung.
Transitive Verben ziehen ein Akkusativobjekt nach sich, das die Handlung des Verbs im Satz „empfängt“ oder „betrifft“.
Akkusativ und die Funktionen
Der Akkusativ hat unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten und kommt in verschiedenen Situationen zur Verwendung.
1. Akkusativobjekt
Bei Verwendung des Akkusativs wird zwischen Sätzen unterschieden, die mehr als ein Objekt besitzen und Sätzen, die nur ein Objekt aufweisen.
Das direkte Objekt steht immer im Akkusativ. Das Akkusativobjekt ist jenes Satzelement, das direkt von der Handlung eines Verbs betroffen ist.
Beispiel
Anna liest das Buch → Das Buch ist das direkte Objekt, dem die Handlung zugesprochen wird. (Es wird gelesen.)
In einem Satz mit mehreren Objekten wird zwischen direktem und indirektem Objekt unterschieden. Das direkte Objekt erhält die Handlung des Verbs oder wird für eine bestimmte Handlung benutzt.
Beispiel
Ich schenke meiner Schwester Blumen. → Wen oder was schenke ich meiner Schwester? (Blumen). Die Blumen werden für die Handlung genutzt, tun jedoch selbst nicht und erhalten auch nichts.
2. Adverbialer Akkusativ
Der adverbiale Akkusativ ist ein Akkusativobjekt, das nicht das Objekt wie eine Person oder eine Sache meint, sondern Umstände, Zustände, Zeitdauern, Gewichtsangaben oder Entfernungen angibt.
Es kann verwendet werden, um „Wie-Fragen“ zu beantworten: „Wie lange?“, „Wie oft?“ oder „Wie weit?“ oder „Wie schwer?“.
Beispiel
- Sie arbeitet den ganzen Tag (Wie lange arbeitet sie?)
- Ich gehe zweimal pro Woche schwimmen (Wie oft gehst du schwimmen?)
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zum Akkusativobjekt ist, dass der adverbiale Akkusativ nicht durch ein Pronomen ersetzt werden kann.
Beispiel
Maximilian bestellt ein Glas Wasser → Test: Maximilian bestellt es.
Sie arbeitet den ganzen Tag → Test: „den ganzen Tag“ kann nicht durch ein Pronomen ersetzt werden.
3. Präpositionalgruppe im Akkusativ
Bestimmte Präpositionen wie „um“, „durch“, „ohne“, „bis“, „für“ und „gegen“ verlangen den Akkusativ.
Beispiel
Ich gehe eine Runde durch den Park spazieren. → Test: Durch was gehe ich spazieren? Durch den Park.
Bei der Präpositionalgruppe handelt es sich wie beim Akkusativobjekt und adverbialen Akkusativ um eine Wortgruppe in einem Satz, die durch eine Präposition eingeleitet wird, welche zugleich den Fall bestimmt.
Beispiel
Die Polizei ermittelt gegen einen/eine Verdächtige/n. → „Polizei“ ist das Akkusativobjekt und „gegen einen/eine Verdächtige/n“ stellt die Präpositionalgruppe im Akkusativ dar.
4. Gleichsetzungsakkusativ
Der Gleichsetzungsakkusativ ist ein Satzglied, das sich auf das Akkusativobjekt bezieht und dieses näher bestimmt. Er kommt nur mit sehr wenigen Verben vor, wie etwa „nennen“, „finden“, „halten für“ oder „heißen“ und „schimpfen“.
Der Gleichsetzungsakkusativ weist dem Akkusativobjekt einen „Namen“ zu, um etwas gleichzusetzen. Wie das Akkusativobjekt wird der Gleichsetzungsakkusativ mit den Fragen „Wen?“ oder „Was?“ erfragt.
Beispiel
Sie nannten ihn den Besten → Wie nannten sie ihn? (Den Besten).
5. Apposition im Akkusativ
Bei einer Apposition (auch Beisatz oder Erklärungssatz) handelt es sich um ein Satzglied, das ein anderes näher bestimmt oder erklärt. Meist wird es von Kommata eingeschlossen. Die Apposition kommt häufig bei der Datumsangabe vor. Um eine Apposition im Akkusativ handelt es sich, wenn das näher zu beschreibende Substantiv im Akkusativ steht.
Beispiel
Mein Geburtstag wird am Samstag, den 3. April, gefeiert. → „Samstag“ ist ein adverbialer Akkusativ, während die Apposition den Samstag näher bestimmt und daher im Akkusativ steht.
6. Absoluter Akkusativ
Der absolute Akkusativ bezieht sich auf das direkte Objekt des Verbs und bleibt dabei von anderen Bestandteilen des Satzes „unabhängig“. Wie die Apposition ist er ein Zusatz im Akkusativ, der durch Kommata abgetrennt wird. Er kann auch daran erkannt werden, dass die Wörter „habend“ oder „haltend“ gedanklich hinzugefügt werden können.
Beispiel
Lena fragte, eine Einkaufstüte in der Hand, ob er ihr beim Tragen helfen könnte“. → Wie bei der Apposition werden beim absoluten Akkusativ oft Satzteile ausgelassen (Lena fragte, eine Einkaufstüte in der Hand haltend, (…)
Zusammenfassung
- Der Akkusativ gehört zu den vier Fällen (Kasus) im Deutschen. Seine wichtigste Funktion ist die Markierung des direkten Objekts in einem Satz. Bei direkten Objekten handelt es sich meistens um eine Person, eine Sache oder ein Objekt, mit der/dem etwas gemacht wird oder das/die für eine bestimmte Handlung genutzt wird.
- Den Akkusativ kannst du anhand von drei Methoden erkennen:
- Der Akkusativ kann durch die Frage „Wen oder was?“ ermittelt werden („Wen-Fall“).
- Indem bestimmt wird, worauf sich die Handlung des Satzes direkt auswirkt, kannst du das Akkusativobjekt ebenfalls ermitteln. Im Wesentlichen geht es darum, dass du herausfindest, welches Satzglied direkt von der „Aktion“ eines Verbes betroffen ist.
- Der Akkusativ kann auch mithilfe von Artikeln und Pronomen erkannt werden. Wenn ein Satz im Akkusativ steht, verändert sich bei der Deklination auch Artikel und Pronomen des Nomens. - Deklination: Die Deklination von Artikeln, Adjektiven und Pronomen ändert sich, während Verben im Akkusativ eine Ergänzung erfordern und selbst nicht dekliniert werden. Diese Verben werden auch als „transitive Verben“ bezeichnet.
- Es gibt insgesamt 6 Funktionen des Akkusativs:
1. Akkusativobjekt
2. Adverbialer Akkusativ
3. Präpositionalgruppe im Akkusativ
4. Gleichsetzungsakkusativ
5. Apposition im Akkusativ
6. Absoluter Akkusativ
Was ist der Akkusativ?